Verkehrsrecht aktuell

Kaufrecht: Besichtigungsklausel greift nur bei sichtbaren Mängeln!

2018-10-30T08:50:05+01:00April 27th, 2017|Kategorien: Allgemein|

(BGH, Urt. v. 06.04.2016, Az.: VIII ZR 261/14) Der Kläger besichtigte beim Beklagten eine Werkzeugmaschine Ende Mai 2009. Während des Besichtigungstermins zeigte der Kläger dem Beklagten anhand eines Musterstücks, welche Arbeiten die Maschine zu fertigen habe. Infolge des Besichtigungstermins bestellte der Kläger die Maschine telefonisch. Dem Kläger erging eine schriftliche Auftragsbestätigung. Diese Auftragsbestätigung enthielt eine Besichtigungsklausel in der es hieß: „[…] Im Zustand wie in unserem Lager im XX vorhanden und von Ihnen am 25.05.2009 besichtigt […].“ Im weiteren Verlauf zeigte der Kläger dem Beklagten an, dass die Maschine die Arbeiten nicht zufriedenstellend ausführte. Nachbesserungsversuche führten ebenfalls nicht zu den vom Kläger gewünschten Ergebnissen. Der Kläger erklärte den Rücktritt vom Kaufvertrag und macht Schadensersatzansprüche geltend. Der Kläger hat gegen den [...]

Totalschadenfall: Zum Restwertabzug bei Weiternutzung des Fahrzeugs

2018-10-30T08:54:22+01:00April 27th, 2017|Kategorien: Allgemein|

(OLG München, Urt. v. 09.09.2016n Az.: 10 U 1073/16) Das unfallbeschädigte Fahrzeug des Klägers erlitt einen Totalschaden. Der Kläger begehrt die Abrechnung auf Basis des Wiederbeschaffungsaufwandes und nutzt das Fahrzeug weiter. In dem von dem Kläger eingeholten Privat - Sachverständigengutachten wurde ein Restwert des Fahrzeuges in Höhe von 500,00 € ermittelt. Die beklagte Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners legte ein Restwertangebot in Höhe von 1.500,00 € vor. Die Beklagte rechnete lediglich in Höhe des höheren Restwertes ab. Der Kläger verlangt Zahlung des Differenzbetrages. Die Klage ist begründet. Der Kläger hat einen Anspruch auf Zahlung des Differenzbetrages. Bei Abrechnung auf Basis des Wiederbeschaffungsaufwands ist der als Restwert im Privat – Sachverständigengutachten ermittelte Betrag in Höhe von 500,00 € anzusetzen und nicht der von [...]

Verkehrsunfall – was tun am Unfallort?

2019-06-18T19:16:59+02:00April 24th, 2017|Kategorien: Allgemein, Unfall|Tags: |

  1. Fahrzeug anhalten, Warnblinkanlage einschalten, Unfallstelle sichern Schalten Sie die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeuges ein, ziehen Sie eine Rettungsweste an und stellen Sie das Warndreieck 50 bis 100 Meter vor der Unfallstelle auf 2. Wenn nötig, Erste Hilfe leisten, Rettungswagen rufen Notruf Tel.: 110 od. 112 Prüfen Sie, ob es Verletzte gibt, die Ihre Hilfe benötigen und verständigen Sie die Polizei/Rettungskräfte. 3. Polizei informieren Auch bei reinem Blechschaden bei Verkehrsunfällen kann es erforderlich sein, die Polizei zu verständigen. Nutzen Sie ein Leasing- oder Mietfahrzeug, muss die Polizei verständigt werden; ist das gegnerische Fahrzeug im Ausland zu gelassen, sollte die Polizei verständigt werden. 4. Personalien mit Unfallgegner austauschen Wenn Sie die Polizei nicht verständigen oder die Polizei aufgrund eines Bagatellschadens den [...]

Sachmangel eines KFZ wegen Eintragung in SIS

2018-10-23T14:45:19+02:00Februar 16th, 2017|Kategorien: Allgemein|

Ist die Eintragung in das Schengener Informationssystem (SIS) ein Sachmangel des KFZ? BGH, Urteil vom 18.01.2017 - VIII ZR 234/15 Der BGH hat sich in diesem Rechtsstreit damit auseinandergesetzt, ob denn die Eintragung in das SIS einen Mangel des Kraftfahrzeuges darstellt und den Käufer somit zum Rücktritt vom Kaufvertrag berechtigen könne. Das Schengener Informationssystem (SIS) dient unter anderem dazu, Personen oder aber auch Gegenstände, wie hier ein KFZ in einer nicht öffentlichen Datenbank zur Fahndung im Bereich der Schengen-Länder auszuschreiben. Vorliegend hat ein Mann einen Gebrauchtwagen im Wert von 29.000€ gekauft und wollte diesen ordnungsgemäß bei den zuständigen Behörden anmelden. Dort erfuhr er dann, dass sein Fahrzeug im SIS zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Die Behörden beschlagnahmten das Auto für einen Zeitraum von fast [...]

Abwarten bei einem Mangel, der die Sicherheit gefährden könnte?

2016-10-26T12:44:26+02:00Oktober 26th, 2016|Kategorien: Urteile|

BGH Urteil vom 26. Oktober 2016 – VII ZR 240/15 Der BGH hat sich in einem seiner neusten Urteile damit befassen müssen, was passiert wenn ein Mangel zum Zeitpunkt der Vorstellung beim Verkäufer nicht auftritt, jedoch vorher beim Käufer aufgetreten ist. Der Käufer eines Volvo V50 hat kurz nach der Übergabe an ihn bemängelt, dass das Kupplungspedal nach seiner Betätigung am Fahrzeugboden hängengeblieben sei und in seine Ausgangsposition zurückgezogen werden musste. Daraufhin brachte dieser das Fahrzeug zum Verkäufer zurück und rügte den Mangel. Bei der folgenden Untersuchung konnte der Mangel jedoch auch nach mehrmaliger Betätigung der Kupplung nicht festgestellt werden. Der Käufer beharrte jedoch auf einer Beseitigung des Mangels, was die Verkäufer jedoch ablehnten, da kein Grund zur Annahme einer [...]

Beweislastumkehr beim Verbaucherkauf

2016-10-12T07:55:28+02:00Oktober 12th, 2016|Kategorien: Urteile|

Beweislastumkehr beim Verbraucherkauf- BGH Urteil vom 12.10.2016 VIII ZR 103/15   Bei der jüngsten Entscheidung des Bundesgerichtshofs zum Thema Verbraucherschutz und Beweislastumkehr hat dieser seine bisher gefestigte Rechtsprechung zu Gunsten einer richtlinienkonformeren Auslegung (Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 4. Juni 2015/ C-497/13, NJW 2015, 2237) geändert. Der Kläger hat bei einer Kraftfahrzeughändlerin ein Fahrzeug zum Preis von 16.200€ erworben. Nach 13.000 gefahrenen Kilometern schaltete sich die Automatikschaltung in der Einstellung „D“ nicht mehr eigenständig in den Leerlauf und der Motor starb ab. Bei Steigungen war es unmöglich geworden Anzufahren oder rückwärts zu fahren. Nachdem die Frist zur Mangelbeseitigung erfolglos abgelaufen war, trat der Käufer vom Kaufvertrag zurück. Er verlangt nun die Rückzahlung des Kaufpreises und den Ersatz geltend gemachter Schäden. [...]

Umsatzsteuerklausel in der Fahrzeugversicherung

2016-10-06T13:36:50+02:00Oktober 6th, 2016|Kategorien: Allgemein|

Umsatzsteuerklausel in der Fahrzeugversicherung OLG Celle - Urteil vom 06.10.2016 AZ 8 U 111/16 Der Kläger verlange zwei Jahre nach Abwicklung seines Totalschadens durch seine  Kaskoversicherung von dieser Erstattung von weiteren Kosten. Das Gericht hatte nun darüber zu entscheiden, ob dem Versicherungsnehmer ein Erstattungsanspruch zusteht, wenn er für sein neu angeschafftes Fahrzeug mindestens Kosten in Höhe des Brutto-Wiederbeschaffungswertes seines verunfallten Fahrzeuges aufgewendet hat. Die Kaskoversicherung  wendete ein, dass dem Kläger ein solcher Anspruch nach A.2.6.5. AKB 2013 nicht zustehen würde. Diese Klausel ist aus der Sicht der Versicherung so zu verstehen, dass sie auch auf einen tatsächlich abgerechneten Schadenfall  Anwendung findet. Das zuständige Gericht sah dies jedoch anders und begründete dies mit der Sichtweise eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers. Demnach versteht der durchschnittliche Versicherungsnehmer die relevante Klausel [...]

Keine Prüfung des Restwertes durch Versicherung vor Verkauf des Unfallfahrzeuges

2016-09-27T10:11:10+02:00September 27th, 2016|Kategorien: Allgemein|

Keine Prüfung des Restwertes durch Versicherung vor Verkauf des Unfallfahrzeuges In seinem neues Urteil vom 27.09.2016 hat der Bundesgerichtshof ein Urteil des OLG Hamm (11.11.2015- AZ: 11 U 13/15) bestätigt. Demnach muss ein Unfallgeschädigter dem Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherung keine Möglichkeit geben den Restwert des verunfallten Fahrzeuges zu überprüfen bevor dies verkauft wird. Der Geschädigte ist dazu berechtigt, dass Fahrzeug zu dem im Gutachten ausgewiesenen Restwert zu verkaufen und darf auch auf dessen Richtigkeit vertrauen. Ist dem Geschädigten ein höheres Restwertangebot vor Veräußerung seines Fahrzeuges bekannt, dann hat er dieses auch zu beachten. Indem er jedoch das höhere Restwertangebot ignoriert verstößt er gegen seine Schadensminderungspflicht, wenn er das Auto zu einem geringeren Preis verkauft. Der BGH bestätigte außerdem, dass ein [...]

Ab wann verliert ein Fahrzeug seine Neuwageneigenschaft?

2018-10-30T08:46:35+01:00August 16th, 2016|Kategorien: Allgemein|

Bis zu welchem Zeitpunkt kann ein Fahrzeug als Neuwagen bezeichnet werden? OLG Hamm, Urteil vom 16.08.2016. AZ 28 U 140/15 Die Käuferin eines Mercedes-Benz CL 500 behauptete, dass das von ihr erworbene Fahrzeug bereits bei der Übergabe an sie mangelhaft gewesen sei, da es nicht den Eigenschaften eines Neuwagens entsprach. Nach Ansicht des BGH gilt ein Kraftfahrzeug dann als Neuwagen, wenn und solange das Model dieses Fahrzeugtyps weiterhin unverändert produziert wird, es keine durch längere Standzeit bedingten Mängel aufweist, nach Herstellung keine erheblichen Beschädigungen festzustellen sind und wenn zwischen Fahrzeugherstellung und Abschluss eines Kaufvertrages nicht mehr als zwölf Monate liegen. Die Klägerin rügt, dass das Auto bereits älter als zwölf Monate gewesen sei und eine Laufleistung von 86km bei Übergabe [...]

Abgrenzung Auffahrunfall und Vorfahrtsverletzung

2016-06-24T11:43:36+02:00Juni 24th, 2016|Kategorien: Allgemein|

Abgrenzung zwischen Auffahrunfall und Vorfahrtsverletzung OLG München- 24.06.2016 10U 3161/15   Ob von einem Auffahrunfall oder einer Vorfahrtverletzung gesprochen wird hängt maßgeblich davon ab, ob das ortsübliche Geschwindigkeitsniveau zum Zeitpunkt der Kollision vorgelegen hat oder nicht. Dem Gericht kommt es nicht darauf an, welche Strecke bereits von dem einbiegenden Fahrzeugen zurückgelegt wurde, sondern ob sich das schon auf der vorfahrtsberechtigten Straße befindliche Fahrzeug an das ortsübliche Geschwindigkeitsniveau angepasst hat. Der Kläger begehrte nach einem Unfall mit dem Beklagten Schadenersatz. Hier war zunächst die Frage zu klären, ob es sich tatsächlich um einen Auffahrunfall gehandelt hat oder ob der Kläger selbst eine Vorfahrtsmissachtung begangen hat. Der Kläger wollte auf eine vorfahrtsberechtigte Straße auffahren. Zunächst hielt er an der vorgesehenen Haltelinie und [...]

BGH Urteil vom 15.06.2016- Sachmangel beim Autokauf bei fehlender Herstellergarantie

2016-06-15T12:13:46+02:00Juni 15th, 2016|Kategorien: Urteile|

Der BGH hat heute über die Frage entschieden, ob dem Käufer ein Rücktrittsrecht aufgrund eines Sachmangels zusteht, wenn die zuvor angegebene Herstellergarantie doch nicht mehr gültig ist. Der Käufer eines Gebrauchtwagens musste aufgrund eines Motorschadens seinen Wagen in eine Werkstatt bringen um diesen reparieren zu lassen. Zunächst war diese Reparatur kostenlos, da beim Kauf des Fahrzeuges noch eine Herstellergarantie von einem Jahr angegeben wurde. Bei Untersuchungen des Herstellers stellte sich jedoch heraus, dass bei dem KFZ Manipulationen vor Verkauf an den Kläger vorgenommen wurden, sodass sich der angegebene Kilometerstand als falsch herausstellte. Infolge dessen weigerte sich der Hersteller für die gesamten Kosten der Reparatur  und für das dem Kläger zur Verfügung gestellte Ersatzfahrzeug aufzukommen und stelle diesem einen Teilbetrag in Rechnung. Der [...]

Abrechnung eines Unfallschadens in der Fahrzeugkaskoversicherung

2015-11-11T08:00:28+01:00November 11th, 2015|Kategorien: Urteile|

BGH Urteil vom 11. November 2015 – IV ZR 426/14 Das Gericht hat sich mit der Frage auseinander gesetzt, ob die Versicherung die Kosten für die Reparatur eines bei ihr versicherten Fahrzeuges zahlen muss, wenn es sich dabei um eine Markenwerkstatt handelt, welche wesentliche teurer ist als eine von der Versicherung vorgeschlagenen freie Werkstatt. Sachverhalt: Bei der Beklagten handelt es sich um die Kaskoversicherung des Klägers. Der Kläger hatte einen Verkehrsunfall, bei dem sein Fahrzeug so stark beschädigt wurde, dass er es in einer Werkstatt reparieren lassen musste. Das Fahrzeug wurde von einer vom Kläger regelmäßig beauftragten Markengebundenen Werkstatt repariert. Die Versicherung weigert sich jedoch, die entstanden Kosten zu begleich. Sie ist der Ansicht, dass sie lediglich die Kosten zu [...]

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